Wieder mal Schimmel

“Wieder mal Schimmel!” wird sich der Richter gedacht haben. Es ging um eine kleine Wohnung. Und um viel Geld. Die Mieterin wollte über einen längeren Zeitraum 30 % Mietminderung. Und Schadensersatz für eine Ersatzunterkunft. Denn der Schimmel war wohl erheblich gesundheitsgefährdend.

Wie hat das Amtsgericht Berlin-Mitte entschieden?

Es folgte der Mieterin weitgehend. Daher sprach es einen Betrag von ca. 3.000,00 Euro zu. Das Urteil vom 04.08.2017, 9 C 75/15 ist interessant. Denn ein Baumangel war nicht feststellbar. Wir haben dazu schon einen Beitrag verfasst. Dann muss nämlich der Mieter aufzeigen, dass er den Schimmel nicht verursacht hat. Das Gericht ging aber darüber hinaus. Es betrachtete die Gesamtsituation. Dabei stellte es einerseits kein Fehlverhalten des Mieters, aber dafür viele Tatsachen fest, die “Nährboden” für Schimmel bilden. Beispielsweise Iso-Fenster, die keine dauerhafte Lüftung relativ zu Doppelkastenfenstern bieten. Oder Wärmebrücken. Auch die Tatsache, dass in kleinen Wohnung ohnehin eine größere Luftfeuchte herrscht, war wichtig. Diese Anhäufung von Tatsachen waren für das Gericht genug. Es ging von einem Mangel aus.

Dementsprechend erhielt die Mieterin auch einen Teil des Schadensersatzes. Für Mieter eine wichtige Entscheidung.

2017-11-05T18:48:08+00:00